Swimming Pool von François Ozon Inhalt: Die Krimiautorin Sarah Morton steckt in einer Schaffenskrise. Also schickt ihr Verleger sie in sein Landhaus im sonnigen Südfrankreich. Dort angekommen fühlt sich Sarah sichtlich wohl, genießt die Ruhe und beginnt alsbald wieder zu schreiben. Bis urplötzlich die junge Tochter ihres Verlegers in die Sommeridylle platzt und Sarahs ganze Harmonie ins Wanken bringt. Julie versucht zunächst, sich mit Sarah zu arrangieren, die aber im Gegenzug völlig kalt und abweisend reagiert. Und so wandelt sich Sarah von der entspannten, ausgeglichenen Frau zu einer penetrant pingeligen, neugierigen Neurotikerin, die fortan in Julies Leben herumschnüffelt. Als sie dabei auf Julies Tagebuch stößt, ist die Idee für ein neues Buch geboren. Wie gebannt beginnt Sarah zu schreiben und je weiter die Arbeit vorandringt, desto mehr blüht sie auf. Auf der anderen Seite scheint quasi der Verfall von Julie anzufangen, als sie entdeckt, dass Sarah ihre intimsten Gedanken für ihre Arbeit vereinnahmt hat. Und so tauschen Sarah und Julie ganz allmählich die Rollen. Kritik: Wie schon in seinen vorangegangen Filmen beweist auch hier Ozon wieder ein Händchen für die passende Besetzung, was auch daran liegen mag, dass er gern auf dieselben Schauspieler zurückgreift. Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier liefern sich ein brillantes Psychoduell, in dem keine der beiden auf kräftige Schläge unter die Gürtellinie verzichten will. Ebenso faszinierend wirkt die totale Umkehrung der Charaktere im Verlauf des Films. Ist Julie noch zu Beginn die lebenslustige, selbstbewusste Frau, scheint Sarah dagegen nur an der Oberfläche glücklich zu sein, um dann um so stärker in zwanghafte Handlungen zu verfallen und einen leicht psychotischen Zug zu bekommen. Doch mit dem Beginn des neuen Buches baut sich fast schon eine Parallelwelt auf, in der auf einmal Julie seelisch abzudriften beginnt und Sarah immer mehr zum dominanten Teil des ungleichen Frauenpaares avanciert. Diese Kontraste vermag Ozon auch optisch wunderbar umzusetzen. In langen genüsslichen Einstellungen wird Julies Offenherzigkeit deutlich unterstrichen, während Sarah absolut verklemmt und zugeknöpft wirkt. Mit der Wandlung der Charaktere zeigt auch Sarah wesentlich mehr Haut und vermag es, mit der viel jüngeren Julie zu konkurrieren. Und auch für den Schluss hält Ozon noch eine kleine Überraschung bereit, die den ganzen Film in Frage zu stellen scheint.
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