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Geschrieben von kruemel   

Geschichte des Schreinerhandwerks

 

Holz war schon früh Werkmaterial für Wohnungen und Gebrauchsgegenstände des Menschen. Bis zum Jahr 800 führte der Zimmerer alle Holzarbeiten aus. Vom „Schreyner“  berichten Urkunden erst im 9. Jahrhundert.

Mit der Zunahme und der Steigerung der Ansprüche der Kunden spaltete sich das Schreinerhandwerk in „Kistler“, „ Schnitzler“ und „Kontormacher“. Zimmerer und Tischler beendeten ihren Streit durch folgende Vereinbarung: Der Zimmerer stellt das Ortsgebundene, der Tischler das Bewegliche her.

Im 13. Jahrhundert schlossen sich dir Tischler zu Zünften zusammen. Das Handwerk erlebte seine Blüte und wurde zur Kunst. Die Zunft überwachte die Lehrlingsausbildung und verlieh jungen Könnern die Ehre des Meisterns. Taufen, Hochzeiten und andere Familienfest feierte man im Zunfthaus. Der weingefüllte Zinnhumpen, der dabei in der Runde ging, knüpfte kameradschaftliche Bande noch enger.

Um jeden Wettbewerb auszuschalten, griffen die Zünfte später zu unsinnigen Maßnahmen. Die Aufnahme in die Zunft wurde verteuert, das Lehrgeld, das der Lehrling bezahlen musste, wurde erhöht, die Lehrzeit wurde willkürlich verlängert. Mehrere Meisterstücke sollten dem Gesellen die Erwerbung des Meistertitels verleihen. Schließlich konnte nur noch Meister werden, wer eine Meistertochter heiratete.

Wer ein zünftiges Gewerbe ausübte, ohne sich um die erschwerten Bedingungen zu kümmern, wurde auf Antrag der Zunft als „Sudler“ oder „Pfuscher“ von der Obrigkeit verfolgt.

Die so an der Ausübung ihres Handwerks Behinderten wuchsen an Zahl und  forderten ihr Recht. Deshalb führte der Staat 1810 die Gewerbefreiheit ein, der am 26. Juli 1897 die Gewerbeordnung folgte.

Das Schicksal der Zünfte war besiegelt.

 
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