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Nach hoch21 gekürzt: Ich glaube fest an das Prinzip Liebe. Es ist jedoch nicht das, was uns von der Gesellschaft und den Medien ständig vermitelt wird. Es ist kein permanenter Zustand, der von Beginn an da ist. Was uns vermittelt wurde, nennt sich Verliebtheit. Liebe ist das, was übrig bleibt, wenn die Verliebtheit weg ist. Der Verlust der Schmetterlinge ist der Preis, den du letztendlich für eine Beziehung zahlen musst. Verliebtheit ist eine Art Pubertät der Liebe. Es ist eine wunderbare Zeit, in der sich die ganze Welt um zwei Menschen herum verändert. In der diese beiden Menschen glauben, die ganze Welt verändern zu können. Alle Gefahren bestehen. Für immer zusammen bleiben. Die „rosarote Brille“ verkörpert das Prinzip gut. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich, einzigartig und macht stark. Halte es fest, so lange du es greifen kannst. Genieß’ es, lass dich davon tragen. Natürlich wäre es schön, wenn man ein Leben lang dieses Gefühl teilen könnte. Verliebtheit aber hat keinen Bestand. Sie gleicht einem Rausch und letztendlich würde er dich daran hindern, dein Leben zu leben. Love& Peace konnte in den Zeiten von „All You Need is Love“ nur funktionieren, weil ein Rausch durch einen anderen verlängert wurde. Hast du dich nie gefragt, warum die alle damals Drogen genommen haben? Verliebtheit kann und soll daher nicht andauern. Gib sie frei und trauere ihr nicht nach, wenn sie verschwindet. Denn das wird sie. Sie muss. Warum existiert sie überhaupt? Auch hier ist die Antwort einfach: Um dich an einen Menschen zu binden, so eng wie möglich. Wann hattest du den Punkt erreicht, an dem du verblüfft feststelltest, dass du dir gar nicht mehr vorstellen kannst, ohne ihn zu sein oder wie es vorher war? – Genau darum geht es. Der Sinn der Verliebtheit ist es Abhängigkeit zu schaffen, zwei Menschen aneinander zu binden. Was dann passiert, kennen glückliche Paare: Sie sind sich einig. Sie können nicht aufeinander verzichten, die Nähe, das gemeinsame Einschlafen, Sex, alles passt. Also theoretisch ein voller Erfolg. Und doch trennen sich sehr viele Paare in gerade diesem Moment, in dem Liebe entsteht. Warum? Zwei Menschen haben sich „verliebt“. Das hat klappt. Schließlich werden sie einander „lieben“. Liebe ist also die vollendete Bindung bzw. Abhängigkeit und damit das Ende der Verliebtheit. Ein Liebespaar soll nicht die Welt verändern. Es soll sich gegenseitig stützen und füreinander da sein und, im Idealfall, ein Kind aufziehen. Ein gesellschaftliches Problem ist der Umgang mit Liebe. Sie ist bei weitem nicht so präsent wie das Gefühl der Verliebtheit. Liebe liegt unter dem Alltag verborgen. Sie hält ihn unter der Oberfläche zusammen. Sie ist nicht immer spürbar. Was eine Beziehung zum Einsturz bringt, ist oft nur die Trauer über die Abwesenheit der Verliebtheit. Der Übergang von Verliebtheit zu Liebe läßt viele Beziehungen scheitern. Veränderungen in den Lebenszielen geben dann nur noch den Rest. Was jedoch scheitert, ist nur das Prinzip. Nicht die Liebe an sich. Denn weh tut es trotzdem. Ist ja auch nichts anderes als ein Entzug, immerhin wird dir etwas vorenthalten was du brauchst. Liebe ist das Ende der Verliebtheit. Was bleibt ist das was Liebe eigentlich ist. Liebe ist ein Zugehörigkeitsgefühl, keine eigenständige Emotion. Entgegen jeglicher popkultureller Meinung lässt Liebe weder Flügel wachsen, noch gibt sie einem Sinn im Leben. Sie hilft nur, sich selbst Sinn zu schaffen: Das Gegenüber. Im Idealfall ist Liebe folglich die perfekte Lebenshilfe. Liebe baut immer darauf, dass eine Wechselwirkung einsetzt. Du kümmerst dich um jemanden, diese Person kümmert sich um dich. In guten wie in...- Genau das. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Liebe hat einen Zweck. Daher wäre es unmißverständlicher „Ich liebe Dich“ durch „Ich brauche Dich“ zu ersetzen. Der Zweck einer Beziehung ist es, füreinander da zu sein. Wenn ich sage, dass ich zweckmäßige Beziehungen führe, dann heißt das, dass ich mit jemandem zusammen bin, der mich stützen kann und ich ihn. Dass ich der Verliebtheit nicht nachtrauere, weil ich stattdessen Sicherheit bekomme.
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